Senkt ein Enthalpietauscher im Sommer die Luftfeuchtigkeit im Haus?
Enthalpietauscher im Sommer: weniger Feuchtigkeit, mehr Komfort
Der Enthalpietauscher ist nicht nur für die Winterzeit gedacht. Er erfüllt auch im Sommer eine sehr wichtige Funktion, indem er die Menge an Feuchtigkeit reduziert, die mit der Außenluft ins Haus gelangt.
Im Winter hilft der Enthalpietauscher, einen Teil der Feuchtigkeit zurück in den Innenraum zu bringen, und begrenzt zu trockene Luft im Haus. Im Sommer kann er jedoch umgekehrt arbeiten. Wenn draußen warme und feuchte Luft herrscht und das Haus innen gekühlt wird, hilft der Enthalpietauscher, einen Teil der Feuchtigkeit aus der zugeführten Außenluft an die abgeführte Luft aus dem Haus zu übertragen.
Das Ergebnis ist, dass gekühlte Luft mit niedrigerer Feuchtigkeit ins Haus gelangt. Das ist besonders wichtig bei modernen Häusern mit Kühlung, Fancoils, Deckenkühlung oder Klimaanlage, wo hohe Luftfeuchtigkeit den thermischen Komfort deutlich verringert.
Warum ist feuchte Luft im Sommer ein Problem?
Im Sommer stehen wir oft vor dem umgekehrten Problem als im Winter. Im Winter ist die Luft im Haus meist zu trocken. Im Sommer hingegen ist die Außenluft oft warm und gleichzeitig sehr feucht.
| Höhere gefühlte Temperatur | feuchte Luft wirkt schwül, stickig und verschlechtert den thermischen Komfort |
| Höhere Kühllast | Klimaanlage, Fancoils oder Deckenkühlung müssen nicht nur die Temperatur, sondern auch die Feuchtigkeit bewältigen |
| Kondensationsrisiko | höhere Feuchtigkeit erhöht das Risiko von Kondensation auf kalten Oberflächen |
Es genügt daher nicht, nur die Temperatur der zugeführten Luft zu betrachten. Wichtig ist auch die Menge an Wasserdampf, die durch die Lüftung ins Haus gelangt.
Klassischer Wärmetauscher vs. Enthalpietauscher im Sommer
| Klassischer Wärmetauscher | Enthalpietauscher |
| überträgt Kälte aus der Abluft | überträgt Kälte aus der Abluft |
| reduziert die Feuchtigkeit der Zuluft kaum | überträgt auch einen Teil des Wasserdampfs |
| Ins Haus gelangt gekühlte, aber weiterhin feuchte Luft. | Ins Haus gelangt gekühlte Luft mit niedrigerer Feuchtigkeit. |
Der klassische Wärmetauscher hilft vor allem bei der Temperatur. Der Enthalpietauscher hilft sowohl bei der Temperatur als auch bei der Begrenzung der von außen zugeführten Feuchtigkeit.
Grafische Darstellung des Funktionsprinzips im Sommer
Unten sehen Sie einen direkten Vergleich zwischen einem klassischen Wärmetauscher ohne Enthalpie-Funktion und einem Enthalpietauscher im Sommerbetrieb.
Der klassische Wärmetauscher führt dem Haus gekühlte, aber feuchte Luft zu. Der Enthalpietauscher führt gekühlte Luft mit niedrigerer Feuchtigkeit zu.
Modellhafte Ausgangsbedingungen
Für einen anschaulichen Vergleich verwenden wir eine Sommersituation, bei der draußen heiße und feuchte Luft herrscht und das Haus innen gekühlt wird.
| Bedingung | Frische Außenluft | Abluft aus dem Haus |
| Temperatur | 35 °C | 25 °C |
| Relative Luftfeuchtigkeit | 50 % RH | 60 % RH |
| Absolute Luftfeuchtigkeit | 17,8 g/kg | 11,9 g/kg |
| Luftstrom | 50 m³/h | |
Ergebnis an der Zuluft ins Haus
Der Vergleich basiert auf der Berechnung für zwei Wärmetauscher gleicher Größe:
- RECUTECH RSK+16-500-25 – klassischer Wärmetauscher ohne Enthalpie-Funktion
- RECUTECH RFK+16-500-28 – Enthalpietauscher
| Parameter der Zuluft | RSK+16-500-25 klassischer Wärmetauscher |
RFK+16-500-28 Enthalpietauscher |
| Temperatur der Zuluft | 25,5 °C | 25,5 °C |
| Relative Luftfeuchtigkeit der Zuluft | 86,0 % RH | 71,2 % RH |
| Absolute Luftfeuchtigkeit der Zuluft | 17,75 g/kg | 14,60 g/kg |
| Unterschied zum klassischen Wärmetauscher | 0 g/kg | -3,15 g/kg |
Beide Wärmetauscher führen dem Haus Luft mit ähnlicher Temperatur zu. Der Unterschied liegt in der Feuchtigkeit. Der Enthalpietauscher senkt in dieser Berechnung die absolute Luftfeuchtigkeit der Zuluft von 17,75 g/kg auf 14,60 g/kg.
Was bedeutet der Unterschied von 3,15 g/kg in der Praxis?
Auf den ersten Blick mag der Wert von 3,15 g/kg klein erscheinen. Doch das Lüftungsgerät arbeitet viele Stunden am Tag und führt jede Stunde Dutzende bis Hunderte Kubikmeter Luft zu. In Summe handelt es sich um eine erhebliche Menge Wasser, die sonst ins Haus gelangen würde.
| Betriebssituation | Ungefähre Wassermenge, die nicht ins Haus gelangt |
| Bei einem Luftstrom von 50 m³/h | ca. 0,18 l/h |
| Bei einem Luftstrom von 200 m³/h | ca. 17 l/Tag |
Praktische Bedeutung:
An einem modellhaften Sommertag kann der Enthalpietauscher bei üblichem Luftstrom die Wassermenge, die allein durch die Lüftung ins Haus gelangen würde, deutlich reduzieren.
Wie überträgt der Enthalpietauscher Feuchtigkeit?
Der Enthalpietauscher verfügt über eine spezielle Membran, die die Übertragung eines Teils des Wasserdampfs zwischen den beiden Luftströmen ermöglicht. Die Richtung der Feuchtigkeitsübertragung ist nicht fest vorgegeben. Sie hängt immer von den aktuellen Bedingungen draußen und im Haus ab.
| Im Winter | draußen ist die Luft kalt und trocken, innen ist die Luft wärmer und feuchter – der Enthalpietauscher hilft, einen Teil der Feuchtigkeit zurück ins Haus zu bringen |
| Im Sommer | draußen herrscht oft warme und feuchte Luft, innen wird das Haus gekühlt – der Enthalpietauscher hilft, einen Teil der Feuchtigkeit an die Abluft abzugeben |
Deshalb ist der Enthalpietauscher eine ganzjährige Lösung. Im Winter hilft er gegen zu trockene Luft, im Sommer gegen einen übermäßigen Feuchtigkeitseintrag von außen.
Hauptvorteile des Enthalpietauschers im Sommer
| Weniger Feuchtigkeit von außen | reduziert die durch die Lüftung ins Haus gelangende Wasserdampfmenge |
| Geringere Kühllast | die Kühlung muss anschließend keine so hohe Feuchtigkeitslast bewältigen |
| Höherer Komfort | die Luft wirkt angenehmer und weniger stickig |
| Ganzjährige Nutzung | im Winter hilft er, die Feuchtigkeit zu halten, im Sommer begrenzt er deren Eintrag |
| Geeignet für moderne Häuser | ideal für Häuser mit maschineller Kühlung, Fancoils oder Deckenkühlung |
Wichtiger Hinweis
Der Enthalpietauscher ist kein Kondensations-Luftentfeuchter und keine Klimaanlage mit aktiver Entfeuchtung.
Wenn im Haus dauerhaft eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit herrscht, etwa durch einen Neubau, feuchte Bauteile, Baufeuchte, Wäschetrocknen oder eine andere starke Feuchtigkeitsquelle, löst der Enthalpietauscher allein das Problem nicht sofort.
Sein Hauptnutzen besteht darin, dass er bei der Lüftung den Eintrag neuer Feuchtigkeit von außen begrenzt. Dadurch trägt er zur Stabilisierung des Innenraumklimas bei und reduziert die Feuchtigkeitslast des Hauses.
Mythos vs. Realität
| Mythos | Realität |
| Der Enthalpietauscher erhöht im Sommer die Feuchtigkeit im Haus. | Im typischen Sommerbetrieb mit gekühltem Innenraum begrenzt er im Gegenteil den Feuchtigkeitseintrag von außen. |
| Im Sommer ist immer ein klassischer Wärmetauscher besser. | Der klassische Wärmetauscher überträgt Kälte, führt aber weiterhin Feuchtigkeit aus der Außenluft ins Haus. |
| Der Enthalpietauscher funktioniert nur im Winter. | Er funktioniert ganzjährig. Im Winter hilft er gegen trockene Luft, im Sommer gegen die Feuchtigkeitslast. |
| Wenn ich eine Kühlung habe, brauche ich keinen Enthalpietauscher. | Gerade bei Kühlung ergibt er großen Sinn, da er die durch die Lüftung zugeführte Feuchtigkeitsmenge reduziert. |
Häufig gestellte Fragen
Macht der Enthalpietauscher auch im Sommer Sinn?
Ja. Wenn draußen warme und feuchte Luft herrscht und das Haus innen gekühlt wird, hilft der Enthalpietauscher, die Feuchtigkeit der Zuluft zu senken.
Bedeutet das, dass im Haus automatisch die ideale Luftfeuchtigkeit herrscht?
Nicht automatisch. Die endgültige Luftfeuchtigkeit hängt von den Außenbedingungen, der Lüftung, der Kühlung und den Feuchtigkeitsquellen im Haus ab. Der Enthalpietauscher begrenzt jedoch den Feuchtigkeitseintrag von außen.
Sollte ich im Sommer den Enthalpietauscher gegen einen klassischen austauschen?
In den meisten Fällen nicht. Wenn Sie mit hoher Luftfeuchtigkeit im Haus zu kämpfen haben, ist der Enthalpietauscher für den Sommerbetrieb von Vorteil.
Hilft der Enthalpietauscher bei Fancoils oder Deckenkühlung?
Ja. Er senkt die durch die Zuluft eingebrachte Feuchtigkeitslast, was bei gekühlten Häusern sehr wichtig ist.
Zusammenfassung
Der klassische Wärmetauscher überträgt im Sommer Kälte, aber keine Feuchtigkeit. Ins Haus gelangt so gekühlte, aber weiterhin feuchte Außenluft.
Der Enthalpietauscher überträgt Kälte sowie einen Teil des Wasserdampfs. Dadurch gelangt gekühlte Luft mit niedrigerer Feuchtigkeit ins Haus.
In der Modellberechnung sank die absolute Luftfeuchtigkeit der Zuluft von 17,75 g/kg auf 14,60 g/kg. Bei üblichem Luftstrom kann dieser Unterschied bis zu etwa 17 Liter Wasser pro Tag ausmachen, die überhaupt nicht ins Haus gelangen.
Der Enthalpietauscher ist daher eine ganzjährige Lösung: im Winter hilft er gegen trockene Luft, im Sommer gegen einen übermäßigen Feuchtigkeitseintrag von außen.
Möchten Sie Beratung bei der Wahl des Enthalpietauschers?
Senden Sie uns den Typ Ihres Lüftungsgeräts oder die Maße des ursprünglichen Wärmetauschers. Wir prüfen die Kompatibilität und empfehlen Ihnen die passende Lösung für den ganzjährigen Betrieb – im Winter wie im Sommer.
Wir helfen Ihnen gerne, den richtigen Enthalpietauscher für Ihr Gerät auszuwählen.
